Nachdem ich in der vergangenen Ausgabe bereits die Arbeit unserer Floristin näher beleuchtet habe, möchte ich unsere Gärtner natürlich nicht außen vor lassen. Das Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe ist von 44.000 Quadratmeter Park umgeben, welcher von Herrn Bühler, Herrn Schneider und Frau Kircher gehegt und gepflegt wird. Nicht nur Rasenmähen ist eine ständig wiederkehrende Tätigkeit, sondern auch die Pflege der Blumen rund um das Schloss ist eine tägliche Aufgabe. Doch wie verbringen unsere Gärtner nun eigentlich ihren Tag?
Los geht’s um 7.30 Uhr mit einer kurzen Lagebesprechung, welche Dinge vorrangig erledigt werden sollten. Was anschließend folgt sind die Kontrollgänge durch den Sinnes- und Wandelgang, über das Gelände mit den Kübelpflanzen und die Überprüfung der Brunnen und des Haupteinganges. Ist dies erledigt, werden die jeweiligen Maschinen für den Tag vorbereitet. Ob zum Beispiel unsere zwei Aufsitzrasenmäher, Handrasenmäher, Traktor und E-Gator jeweils mit Anhänger, der Freischneider oder die Schneefräse für den Winter - alles will gepflegt und bereit für den Einsatz sein. Und nun kann es endlich los gehen.
Heute steht die Springbrunnen-reinigung vor dem Jagdschloss auf dem Programm. Ein Mal pro Monat wird mit einem Hoch-druckreiniger dem Schmutz der Kampf angesagt. Im Anschluss daran muss noch die Brunnen-pumpe für das Gießwasser ange-schlossen und ein weiterer Schlauch zusammen mit einem unserer Techniker verlegt werden. Der Weg vom Schloss führt mich zusammen mit Herrn Schneider, der mir geduldig alle Fragen beantwortet, in den Bauerngarten, wo jetzt der Thymian in voller Blüte steht. Frische Kräuter sind ideal zum Kochen und auch wer keinen eigenen Garten hat, muss darauf nicht verzichten! In einem Blumenkübel, als Balkonpflanze, eignen sich viele Kräuter sehr gut. Für Salbei, Thymian, Lavendel, Basilikum & Co. gelten recht einfache Spielregeln. Sonne vertragen sie gut und man sollte sie ausreichend gießen – aber Vorsicht: nicht übergießen!
Den Winter bis minus 20 Grad überstehen die meisten Kräuter im Freien problemlos. Eine Ver-wahrung im Gewächshaus, Winter-garten oder Keller bietet sich jedoch bei kälteren Temperaturen an. Im Frühjahr sollten sie dann langsam an das „neue“, wärmere Klima gewöhnt werden. Dauerkräuter wie Schnittlauch oder Liebstöckl kann man ruhigen Gewissens im Freien überwintern lassen. Die beste Erntezeit ist im Übrigen mittags, weil die Pflanzen in dieser Zeit das größte Aroma entfalten.
Mindestens ein Mal pro Woche kontrollieren die Herren Bühler und Schneider den Bauerngarten, im besten Fall jeden 2. Tag. Unkraut muss entfernt und die einzelnen Pflanzen, z.B. die Tomaten, gepflegt werden. Während ich noch versuche jedem Gewächs einen Namen zu geben, legt Herr Schneider auch schon los – ein Anschauungsbeispiel. Dafür dienen die Tomatenpflanzen, die er aus Samen groß gezogen hat. Diese müssen ausgegeizt werden. Dabei schneidet er die Seitentriebe ab und gewährleistet, dass die Tomaten ausreichend Wasser bekommen und keine Braunfäule entwickeln. Gleiches würde auch für „Balkonpflanzen“ gelten. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass die Tomaten genügend Wasser erhalten, aber auch wie bei den Kräutern, keine Staunässe entsteht. Vorbei geht es an Himbeer-, Stachelbeer-, Johannisbeersträuchern und an der Kiwi-Pflanze zurück zur Allee. Ich entlasse Herrn Schneider und gönne ihm einen ruhigen, weiteren Arbeitstag – ganz ohne Fragen…















